Der Büroklammersalat war es, der ihre Blicke anzog. Unaufgereiht, durcheinander, Ecken verstoßend lagen sie in dem kleinen Schälchen, das einmal für ganze andere, sinnbehaftetere Zwecke geformt worden war. Auch die Büroklammern, schoss es ihr durch den Kopf, waren eigentlich zur Ordnung und nicht zum Chaos bestimmt. Doch der Haufen der kupferfarbenen Metallstäben wollte sich nicht von ihr regieren lassen und sie verspürte auch nicht den geringsten Drang, ihre Machtbefugnisse einzuklagen. Zu groß war die Streitmacht, die ihre gegenüber stand.
Der Mount Everest der Papierberge erhob sich in nicht weiter Ferne des Büroklammernmassakers, unerklimmbar, so schien es. Einzelne Zipfel, die Spitzen von vermeintlichen Höhepunkten auf dem Weg des Wanderers lugten vorsichtig heraus. Sie wagte es nicht, sie zu unterschätzen und bekämpfen zu wollen, denn sie erahnte ihre Stärken. Der Mount Everest warf seine Schatten auf das kleine Dorf zu seinen Füßen und die Bewohner schalteten ihre Tageslichter an, um weitere Fortschritte machen zu können. Sie gingen ihrem Alltag nach und wandten nur hin und wieder ihren Blick nach oben, in der Hoffnung, dass das gleißende Licht bald um den Berg herum gewandert sei. Ein vertrockneter See lag in der Nachbarschaft des kleinen Dorfes, sie erinnerte sich an den verschütteten Kaffee vom Vortag. Braun und grützig belagerte er die Ebene und konnte keinem mehr als Lebenselixier dienen. Seine Form entsprach der Globushülle und an den Rändern wirkte er dunkler, als hätte die Dürre dort zuerst zugeschlagen und sich erst dann zur Mitte hingewandt, um auch dort das feuchte Nass zu zerstören.
Langsam ließ sie ihren Blick über den Berg, das Dorf und den vertrockneten See schweifen. Die kleine Gegend war eingeschlossen von aufgetürmten Hochhäusern, ineinander verschachtelt, hochgestapelt, tiefgefallen. Das ist die Zivilisation, dachte sie. An jeder Häuserecke begann sogleich die nächste, die Seitenstraßen waren schmal, die Hauptstraße überfüllt. Kleine Steine, die in einer anderen Welt wie Brotkrümel gewirkt hätten, bedeckten den Asphalt und spritzen hoch, sobald ein Instrument der geistigen Fortbewegung sich auf sie legte. Lawinenähnlich bewegten sich die Geräte durch die Stadt, hinterließen ihre Spuren punktuell und kamen schließlich an ihre Grenzen. Die Zivilisation zeichnet sich aus durch ihren unbändigen Wunsch nach Kommunikation, kommentierte sie im Stillen, und die Kommunikation, ihre Klangwellen, ihre Wortfetzen, ihre Silben und Rauchzeichen lassen sich am Ende doch immer auf bodenständige Tatsachen zurückführen.
Während sie das noch dachte, stolperte ein kleines Mädchen über den Dschungel von Kabeln, der sich unaufhaltsam am Stadtrand ausbreitete. Farbenfrohe Dickichte beschrieben die Grenzen der Zivilisation, ein Durchkommen war nunmehr eine Frage der Konsequenz, aber nicht in jedem Fall gewährten sie ihr den Durchblick. Gebogen, verdreht und mutwillig verbunden warfen sich die grauen, schwarzen, grünen Lianen ihr in den Weg und sie kapitulierte ein erneutes Mal. Sie erhob ihre Perspektive zum letzten Versuch, blieb wieder über dem Berg, dem Dorf, dem vertrockneten See, der zivilisierten Stadt und ihrem urwäldlichen Gegenpart hängen und fiel schließlich über den kantigen Horizont.
Erschöpft erhob sie sich von ihrem Stuhl und ging zur Garderobe. Langsam streifte sie ihren Mantel über die Schultern, richtete den Kragen, schloss die Knöpfe. Sie zog die Handschuhe aus den Taschen und bewegte sie sorgfältig über ihre Finger. Abschließend griff sie zum Boden und nahm ihre Handtasche auf, ließ sie auf ihrer Schulter nieder und straffte sich. Einen letzten Blick auf die verspiegelte Fensterscheibe sollte ihr den nötigen Auftrieb verschaffen, doch gab er ihr nur den Widerhall der hinterlassenen Unordnung auf ihrem Schreibtisch wider, so dass sie ohne einen weiteren Ausflug die Flucht aus dem Büro ergriff.
Der Mount Everest der Papierberge erhob sich in nicht weiter Ferne des Büroklammernmassakers, unerklimmbar, so schien es. Einzelne Zipfel, die Spitzen von vermeintlichen Höhepunkten auf dem Weg des Wanderers lugten vorsichtig heraus. Sie wagte es nicht, sie zu unterschätzen und bekämpfen zu wollen, denn sie erahnte ihre Stärken. Der Mount Everest warf seine Schatten auf das kleine Dorf zu seinen Füßen und die Bewohner schalteten ihre Tageslichter an, um weitere Fortschritte machen zu können. Sie gingen ihrem Alltag nach und wandten nur hin und wieder ihren Blick nach oben, in der Hoffnung, dass das gleißende Licht bald um den Berg herum gewandert sei. Ein vertrockneter See lag in der Nachbarschaft des kleinen Dorfes, sie erinnerte sich an den verschütteten Kaffee vom Vortag. Braun und grützig belagerte er die Ebene und konnte keinem mehr als Lebenselixier dienen. Seine Form entsprach der Globushülle und an den Rändern wirkte er dunkler, als hätte die Dürre dort zuerst zugeschlagen und sich erst dann zur Mitte hingewandt, um auch dort das feuchte Nass zu zerstören.
Langsam ließ sie ihren Blick über den Berg, das Dorf und den vertrockneten See schweifen. Die kleine Gegend war eingeschlossen von aufgetürmten Hochhäusern, ineinander verschachtelt, hochgestapelt, tiefgefallen. Das ist die Zivilisation, dachte sie. An jeder Häuserecke begann sogleich die nächste, die Seitenstraßen waren schmal, die Hauptstraße überfüllt. Kleine Steine, die in einer anderen Welt wie Brotkrümel gewirkt hätten, bedeckten den Asphalt und spritzen hoch, sobald ein Instrument der geistigen Fortbewegung sich auf sie legte. Lawinenähnlich bewegten sich die Geräte durch die Stadt, hinterließen ihre Spuren punktuell und kamen schließlich an ihre Grenzen. Die Zivilisation zeichnet sich aus durch ihren unbändigen Wunsch nach Kommunikation, kommentierte sie im Stillen, und die Kommunikation, ihre Klangwellen, ihre Wortfetzen, ihre Silben und Rauchzeichen lassen sich am Ende doch immer auf bodenständige Tatsachen zurückführen.
Während sie das noch dachte, stolperte ein kleines Mädchen über den Dschungel von Kabeln, der sich unaufhaltsam am Stadtrand ausbreitete. Farbenfrohe Dickichte beschrieben die Grenzen der Zivilisation, ein Durchkommen war nunmehr eine Frage der Konsequenz, aber nicht in jedem Fall gewährten sie ihr den Durchblick. Gebogen, verdreht und mutwillig verbunden warfen sich die grauen, schwarzen, grünen Lianen ihr in den Weg und sie kapitulierte ein erneutes Mal. Sie erhob ihre Perspektive zum letzten Versuch, blieb wieder über dem Berg, dem Dorf, dem vertrockneten See, der zivilisierten Stadt und ihrem urwäldlichen Gegenpart hängen und fiel schließlich über den kantigen Horizont.
Erschöpft erhob sie sich von ihrem Stuhl und ging zur Garderobe. Langsam streifte sie ihren Mantel über die Schultern, richtete den Kragen, schloss die Knöpfe. Sie zog die Handschuhe aus den Taschen und bewegte sie sorgfältig über ihre Finger. Abschließend griff sie zum Boden und nahm ihre Handtasche auf, ließ sie auf ihrer Schulter nieder und straffte sich. Einen letzten Blick auf die verspiegelte Fensterscheibe sollte ihr den nötigen Auftrieb verschaffen, doch gab er ihr nur den Widerhall der hinterlassenen Unordnung auf ihrem Schreibtisch wider, so dass sie ohne einen weiteren Ausflug die Flucht aus dem Büro ergriff.